Yeah yeah, knusperzart und mit Hallo-Wach-Effekt!

Ich bin die Tage über ein Weihnachtsbackbuch gestolpert, mit lauter schönen Dingen drin. Unter anderem gab’s auch diese netten kleinen Plätzchen, die „Doppeldecker“. Hörte sich gut an, also machte ich mich mal an die Arbeit. Der Geschmack: großartig. Der Arbeitsaufwand: #@$#%#!!!
Ganz ehrlich? Wäre ich Meister/in und jemand würde mir solche Arbeitsabläufe unterbreiten (die nicht nur unlogisch sondern teilweise auch nicht besonders hygienisch sind), gäb’s einen dicken Tritt in den Allerwertesten, wegen Unsachlichkeit oder Abhaltens des Teams von der Arbeit, oder wegen „Nicht aufgepaßt in der Berufsschule“ – da fiele mir sicherlich was ein.

Die Zubereitung geht auch anders und schneller, und ich erklär’s mal einfach, und vor allem: einfach.

Ca. 36 freundliche kleine Doppeldecker erfordern:

  • 75 g Muscovadozucker, hell
  • 3 EL Wasser
  • 55 g Butter
  • 1 Prise Salz
  • 2 EL Schlagrahm
  • 1 gehäufter TL Instant-Espressopulver
  • 35 g Haferflocken
  • 120 g Dinkel-VK-Mehl
  • 60 g Walnußkerne
  • 50 g Muscovadozucker, hell
  • 1 Prise Salz
  • 100 g kalte (!) Butter
  • 150 g Zartbitterkuvertüre (70%)
  • Puderzucker zum Dekorieren

Wir beginnen mal mit dem Karamell: den hatte ich mir schlimmer vorgestellt ob der Beschreibung, aber der ist echt easy. Der Zucker kommt in eine breite Pfanne, dazu das Wasser, und dann wird alles bei geringer Hitze schmelzen gelassen. In der Zwischenzeit wird die Butter abgewogen und in kleine Würfel geschnitten.
Irgendwann hat sich der Zucker aufgelöst und beginnt, leicht schaumig zu wirken. Ab jetzt bitte die Hitze leicht erhöhen und den Schneebesen bemühen: die Butter zugeben und unterrühren, dito das Espressopulver. Wenn alles richtig schön schaumig ist, die Sahne in einem Strahl zugeben, dabei weiterrühren. Es sollte eine suppige, dickflüssige und homogene Masse sein – diese nun vom Herd nehmen, in eine kleine Schüssel füllen und abkühlen lassen, dabei ab und zu mal aufrühren. Das dauert, und die Zeit nehmen wir für die Plätzchenherstellung.

Haferflocken und Walnußkerne kommen nun in den Blitzhacker und werden fein vermahlen. Bitte immer wieder den Blitzhacker schütteln oder alles etwas vom Rand lösen, sonst riskiert ihr, daß es verklumpt. Mehl (es muß nicht Dinkel-VK sein – robustes Weizenmehl 1150 oder anderes VK-Mehl geht durchaus; auch Buchweizen, Teff oder Ähnliches!), Zucker und Salz zugeben und kurz weitermischen. Jetzt kommt die kleingeschnittene Butter dazu – und für solche Fälle ist ein Blitzhacker schon die erste Wahl. Kurz zusammenmischen, und dann auf einem bemehlten Brett alles nochmal kurz händisch verkneten, und fertig ist der Teig! Wie bei allen Keksteigen kommt auch dieser erstmal eine halbe Stunde in den Kühlschrank. Dann wird der Backofen aufgeheizt auf 160ºC, zwei Backbleche werden mit Papier ausgelegt und bereitgestellt, und das gewellte Förmchen von ca. 4 cm wird gesucht (Alternativ einfach einen Kreis nehmen und schlimmstenfalls die Kekse mit einem Schnapsglas ausstechen).
Den Teig rollt ihr nun mit einem Nudelholz auf einem leicht eingemehlten Brett bis auf 3 mm aus. Vorsicht, der Teig ist recht fragil, also entweder ein breites flaches Messer oder eine Arbeitspalette bereitlegen, um die Plätzchen von A nach B zu transportieren.
Eine gerade Anzahl ausstechen, dabei immer wieder den Ausstecher ordentlich in Mehl stippen. Die Plätzchen ohne großen Abstand vorsichtig aufs Blech legen, und wenn sie alle fertig ausgestochen sind, in 12 min. goldbraun backen. Auf dem Blech abkühlen lassen – auf dem Küchenboden geht das ratzfatz! – und dann auf ein Abkühlgitter geben.

Nun wird die Kuvertüre bei milder Hitze geschmolzen (Schüssel mit gehackter Kuvertüre in den noch warmen Ofen stellen, das geht am Schnellsten und unproblematischsten…). Vielleicht ist der Karamell ja auch mittlerweile schon recht dick und zäh, sonst kommt er mal kurz in den Kühlschrank. Ansonsten wird jeweils auf einen Keks eine gut haselnußgroße Menge davon gesetzt, ein zweiter Keks draufgelegt und beide vorsichtig etwas zusammengedrückt (also nicht so, daß die Masse rausquatscht!). Wenn die Kekse zusammengesetzt sind, kommt auf jeden Doppelkeks ein Löffelchen voll Kuvertüre, das leicht verstrichen oder verpinselt wird. Abkühlen lassen und fertig! Nun noch etwas Puderzucker für den Schnee-Effekt drüberstäuben und die Kekse – mit Lagen von Butterbrotpapier dazwischen – zur besseren Haltbarkeit luftdicht in einer Dose verpacken.

Der Advent kann kommen – wir sind alle gerüstet! 🙂 Habt Spaß beim Backen.

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