Caldereta de pescado…. mmmmh!

Es ist November. Es ist außerdem neblig, kalt und irgendwie… brrrrr. Man mag nicht rausgehen und ständig sind die Füße klamm. Der Herbstblues ist also voll angekommen; jetzt helfen eigentlich nur noch drei Dinge:
1. Warme Socken
2. Ein Wohnsitz in südlichen Gefilden, oder
3. Ein Eintopf, der von innen wärmt und Glücksgefühle mit sich bringt.
Die Spanier können Letzteres wirklich gut, und dieser Fischtopf kommt aus dem spanischen Nordwesten, wo die Fischgründe noch halbwegs brauchbar sind. „Caldererta de pescado“, ein Fischkesselchen also.
Beim Einkaufen im Fischladen wurde ich gefragt, was ich denn kochen würde. „Einen Eintopf“, sagte ich, worauf das Personal meinte: „Das wird aber ein teurer Eintopf….“. Ich schenkte es mir, die restlichen Zutaten zu nennen, und außerdem ist dies ein Gericht, welches nicht jeden Tag auf dem Tisch steht. Aber: es macht Freude, es macht warm und es bringt ein bißchen mediterranen Sonnenschein ins Herz. Und alle können mal so richtig tief in die Spirituosenkiste greifen – das hat auch was.

Zwei sonnige Gemüter erfreuen sich hiermit:

300 g Seeteufel (oder anderer, sehr fester, grätenbefreiter Fisch, der im Topf nicht zerfällt)
200 g Garnelen, küchenfertig
6 Jakobs- oder Kamm-Muscheln
1 dicke Zwiebel
3 Knoblauchzehen
1 rote oder grüne Spitzpaprika
2 dicke Tomaten
200 ml Weißwein
400 ml Fischfond
3 dicke Kartoffeln
Salz, Pfeffer
etwas Pimentón de la Vera
100 ml spanischer Brandy (jawohl!)
1/2 Bund Blattpetersilie

Und jetzt kann’s losgehen: die Zwiebel und die Paprika werden fein gehackt und in einem ausreichend großen Topf in Olivenöl bei geringer Hitze angeschwitzt, etwa 10 min. lang, bis sie schön glasig sind. Zwischenzeitlich werden der Knoblauch fein gehackt und die Tomaten in kleine Würfel geschnitten. Die kommen dann ebenso in den Topf und dürfen etwas einkochen, während die Kartoffeln geschält und in mittlere Würfel geschnitten werden.
Nun kommen Weißwein, Fischfond und Kartoffeln in den Topf, werden einmal kurz aufgekocht, dann wird die Hitze zurückgenommen und alles darf 20 min. lang leise schmurgeln.
Das Fischfilet wird nun halbiert, und die geschälten Garnelen werden kurz abgebraust. Und jetzt darf der Feuerteufel ausgepackt werden: in einem kleinen Töpfchen wird der Brandy etwas angewärmt. Einen langen Löffel und Streichhölzer bereitstellen, den Topf vom Herd und in ausreichende Entfernung zu brennbaren Dingen halten, den Brandy anzünden und mit dem Löffel immer wieder die Flammen hochrühren. Das Feuer sollte sich bald legen, dann wird der Brandy in den Eintopf gegossen. Vorsicht aber – in dem Moment, in dem das Töpfchen kippt, kann das Feuer noch einmal hochkommen und einen Kurzbrand auf der Oberfläche des Eintopfs hervorrufen (macht nichts, ist schnell vorbei…). Alles einmal umrühren, mit Salz, Pfeffer und Pimentón (ersatzweise Rosenpaprika) abschmecken und die Fischfilets einlegen. Ab jetzt bitte nicht mehr rühren!
Die Fischfilets dürfen nun 8-10 min. bei wenig Hitze garziehen, und 2 min. vorm Servieren kommen die Garnelen noch in den Topf, die ebenfalls nur garziehen, bis sie gerade Farbe haben – sonst werden sie hart. Noch schnell die Petersilie hacken, den Eintopf auf den Tisch bringen, mit der Petersilie bestreuen und die Sonne im Kopf leuchten lassen.
Buen provecho!

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