Das Glück ist ein Lebkuchen

So ein schönes Wort… „schokolieren“. Viel schöner als „staubsaugen“ oder „putzen“ oder „aufräumen“.
„Haben Sie heute schon schokoliert?“
„Oh nein, aber morgen unbedingt!“
Schokolieren hat also etwas mit Lebkuchen zu tun. Genauer gesagt ist es die Fleißarbeit am Ende, wenn man mit der heißen Schokolade rumwurschtelt und ständig versucht ist, sich die Hände abzuschlecken. Es kleckert, es spritzt, es tropft… und schmeckt prima. Ja doch, Arbeit kann Spaß machen.
Heute backen wir also Lebkuchen. Das ist ein richtig klassisches Gebäck, welches es schon seit dem 13. Jahrhundert (vermutlich sogar früher) gibt. Klassisch ist der Reichtum an Gewürzen und die vollkommene Abwesenheit von Fett (jetzt werden wohl einige jubeln…). Und weil die Gewürze so wichtig sind, mischen wir als erstes – bevor’s ans Backen geht – mal ein schönes Lebkuchengewürzpäckchen zusammen. Dieses besteht aus:
5 EL Zimt
1 1/2 EL Nelken (gemahlen)
1 TL Piment
1 TL Kardamon
1 TL Ingwerpulver
1 TL Macis (Muskatblüte)
3/4 TL Anis
1/2 TL schwarzer Pfeffer

Diese Mischung reicht für zweimaliges Backen. Bei einem Mal wird es bei diesen Lebkuchen nämlich nicht bleiben! Wer die ganzen Gewürze nicht in der heimischen Küchenapotheke hat, kauft sich einfach eine fertige Mischung in der gut sortierten Backwarenabteilung. 🙂

Für ca. 30 großartige Elisenlebkuchen nimmt man zur Hand:

  • 5 Eier
  • 350 g Rohrzucker
  • 200 g Marzipan
  • 1 Prise Salz
  • 1/4 TL Natron
  • 100 g Orangeat
  • 3 EL Lebkuchengewürz
  • Abrieb von 1 Zitrone
  • 200 g Haselnüsse, gemahlen
  • 100 g Haselnüsse, geröstet und grob gehackt
  • 200 g Mandeln
  • 200 g allerbeste Bitterkuvertüre
  • 1 Päckchen Backoblaten, 7 cm

Jetzt kommt ein bißchen Vorarbeit: Das Orangeat wird fein gehackt. 100 g Haselnüsse werden unter aufmerksamer Beobachtung in einer trockenen Pfanne geröstet (nicht anbrennen lassen!) und dann grob gehackt. Der Marzipan wird mit einer groben Reibe zerkleinert, am besten direkt in die Rührschüssel. Zwei, besser drei, Bleche werden mit Papier ausgelegt. Und dann kann’s losgehen:
Zu dem Marzipan kommen die Eier und der Rohrzucker, die werden zusammen schön schaumig aufgeschlagen. Dann kommen nach und nach die anderen Zutaten, bis auf die letzten beiden, einfach dazu. Die Masse sollte jetzt schön fest-cremig sein. Wenn sie noch zu weich erscheint, einfach noch 1-2 EL gemahlene Nüsse zugeben.
Den Backofen auf 160℃ Heißluft vorheizen und einen kleinen Topf mit der Schokolade zum Schmelzen auf den ganz leicht eingeschalteten Herd stellen. Ein Glas mit heißem Wasser und ein breites Messer oder eine kleine Palette bereitstellen. Die Palette gut anfeuchten und damit jeweils einen knapp halbfaustgroßen Klecker von der Masse auf eine Oblate geben und breitstreichen – das sollte möglichst bis knapp zum Rand gehen; beim Backen läuft das nachher noch minimal darüber. Das Messer oder die Palette immer wieder naß machen, sonst klebt’s ganz furchtbar. Die bestrichene Oblate aufs Blech geben, die nächsten kommen dann mit 2-3 cm Backabstand daneben.
Wenn die Bleche voll sind, dürfen sie 20 min. lang in den heißen Backofen, bis die Lebkuchen schön gebräunt sind. Dann kommen sie auf ein Gitter, aber bevor sie die Chance zum richtigen Abkühlen haben, kommt die Fleißarbeit: das Schokolieren (ah, da ist es wieder…). Die Lebkuchen werden also mittels eines möglichst breiten Backpinsels mit der Schokolade bestrichen, bis wirklich an den Rand heran. Erst dann dürfen sie vollkommen auskühlen. Und Vorsicht: die Schokolade ist heiß, es kleckert, es spritzt, also bitte eine Schürze anziehen. Und kommt bitte nicht in Versuchung, die Schokolade ständig von den Händen zu lecken, sonst seid Ihr nächste Woche noch dran… 🙂 Viel Erfolg!

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