Streusel geht immer!

Es ist kurz vor Sonntag, und schon wieder habe ich Kirschen im Tiefkühler gefunden. Die müssen schließlich noch alle weg, bevor der Sommer wieder da ist. Es war uns nach Käsekuchen, und zwar nach einem, der auch bei der Oma auf dem Tisch stehen könnte, wenn gerade Kirmessonntag ist. Als ich klein war, gab’s sowas, in allen Varianten. Bleche voll mit Hefekuchen, wenn die Verwandtschaft dann einfällt. Einfach und gut statt extravagant und so breit, daß kein Platz mehr im Kühlschrank für andere Dinge bleibt.
Dieser Kuchen macht sich zwar auch nicht von selbst, aber die Arbeitsschritte lassen sich gut ineinander anpassen. Das Rezept sieht ein großes Backblech für den Herd vor; man kann aber alles problemlos auf zwei normal große Rundbleche verteilen. Keine Angst, man kann den auch einfrieren und dann alsbald noch andere liebe Menschen damit beglücken.
Los geht’s also!

Ein großes Backblech Kirmeskuchen erfordert:

  • 500 g Mehl
  • 50 g Butter
  • 50 g Zucker
  • 1/2 TL Salz
  • 20 g Frischhefe (halber Würfel)
  • 150-200 ml Milch, zimmerwarm
    ***
  • 100 g Zucker
  • 200 g Butter
  • 200 g Mehl
    ***
  • 150 g Zucker
  • 750 g Magerquark
  • 1 P Vanillepuddingpulver
  • 5 Eier
  • 150 ml Milch
  • 400 g Obst nach Wahl – Kirschen, Rhabarber, Aprikosen, etc. – was gerade da ist.

Wir fangen mit den ersten 6 Zutaten an: die werden zusammengemischt zu einem Hefeteig, und diesen knetet Ihr dann ordentlich durch, bis er richtig schön glatt ist. Dann darf er auf ein Brett, unter ein Tuch, und sich entspannen. In der Zeit wird er auch schon etwas Auftrieb bekommen und ist nachher besser auszurollen.

Aus den nächsten 3 Zutaten werden die Streusel zusammengeknetet. Die Butter vorher am besten in kleine Würfel schneiden, und dann alles mit dem Knethaken solange bearbeiten, bis aus kleinen Grisseln grobe Teilchen werden. Das dauert ein bißchen, weil die Butter sich nicht so leicht kleinkriegen läßt. Im Zweifelsfall mit den Händen weitermachen und eher reiben als kneten; dann die Streusel kaltstellen, bis sie gebraucht werden.

Je nachdem, welches Obst die Ehre hat, dieses putzen und kleinschneiden: Rhabarber zum Beispiel. Aprikosen können theoretisch auch geviertelt und dann schön auf dem Teig ausgelegt werden.

Inzwischen darf auch der Herd vorheizen – Ober-/Unterhitze bei 200ºC ist wunderbar. Bitte das Blech auch schon ordentlich mit Butter einfetten, damit der Kuchen nachher gut runterrutscht.

Jetzt wird aus den restlichen Zutaten (ohne das Obst natürlich) eine dicke Creme angerührt. Wenn die fertig ist, geht’s wieder mit dem Teig weiter: diesen auf einem Brett etwa in Blechgröße gewaltfrei ausrollen (sonst werden die ganzen schönen Luftbläschen im Teig nämlich wieder plattgewalzt), wenn er etwas kleiner als das Blech ist, macht das nichts. Den Teig auf das Blech legen und dann von der Mitte aus vorsichtig nach den Seiten ziehen und einen Rand formen. Der ist wichtig, weil die Creme sonst nachher überläuft; die plustert sich beim Backen nämlich ordentlich auf.

Jetzt wird das Obst mit einem Teigschaber unter die Creme gehoben. Diese wird dann mit ebenfalls diesem Teigschaber schön glatt auf dem Hefeboden verteilt, und dann kommen die Streusel gleichmäßig obendrüber. Und dann ab damit in den Ofen! Ca. 35-40 Minuten sind eine gute Zeit, bei 40 Minuten sollte der Kuchen an den Rändern richtig schön gebräunt sein (das mag ja nicht jeder). Nicht erschrecken, die Creme geht ballonartig nach oben, setzt sich aber nach dem Backen wieder freundlich glatt. Wenn der Kuchen aus dem Ofen kommt, diesen bitte noch etwas auf dem Blech stehen lassen, bis die Creme also wieder etwas abgesunken ist, und dann erst auf ein großes Gitter auslösen. Ein Stündchen abkühlen lassen, den Kaffee kochen, die Gäste herbeirufen und sich einfach freuen.

Ein ganz schönes Wochenende!

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