Prinzenrolle de Luxe

Diese Prinzenröllchen gehören in die Kategorie „Das kann ich auch – und besser!!“
Man kann über die gekaufte Variante denken, was man will, aber wir schlauen Hobbybäcker und -köchinnen wissen ja: selbstgemacht ist meistens besser. Oder cooler. Keine Zusatzstoffe oder billige Zutaten wie in so vielen industriellen Varianten – und der Knusperfaktor ist grandios. Auch die Füllung ist nicht von schlechten Eltern.
Mittlerweile hat dieser Keks sich durch erhöhtes Suchtpotential im Freundeskreis bemerkbar gemacht, und Besuchern sollte man möglichst nicht alle auf einmal hinstellen, sonst sind sie nämlich sofort weg… (die Kekse, nicht die Besucher!)

Für ca. 1 Pfund Glück von der Rolle (28-30 Kekse) braucht man:

  • 250 g Weizenmehl Typ 550 (oder höher)
  • 125 g Butter (!)
  • 125 g Puderzucker
  • 1 Ei
  • 1 TL Vanille (1 ausgeschabte Schote)
  • 200 g allerbeste Bitterkuvertüre ca. 60%
  • 150 g Nußnougat
  • 1 EL Amaretto

Die ersten 5 Zutaten werden rasch zu einem Knetteig verarbeitet, der dann 30 min. ins Eisfach darf, damit er richtig schön kalt ist. Dann läßt der sich nämlich besser verarbeiten.
In der Zwischenzeit kommt jetzt die Vorbereitung: 2 Backbleche mit Papier auslegen, einen Ausstecher raussuchen (gerne mittleres Format gewellt), das Nudelholz suchen und eine Gabel bereitlegen.
Sobald mit dem Teig angefangen wird, bitte auch den Backofen auf 165℃ (Heißluft) aufheizen, denn jetzt geht’s zügig weiter. Dann auf einem leicht bemehlten Brett den Teig partienweise jeweils ca. 3-4 mm dick ausrollen – nicht zu dick, die Kekse werden ja noch montiert. Dann die ausgerollte Platte mit der Gabel überall gleichmäßig einpieksen für den Löchereffekt (in einem Anfall von Brotbackwahn habe ich einen Stipproller erworben, der sich hier übrigens prima zweckentfremden läßt – falls jemand so etwas hat).
Die Kekse ausstechen und aufs Blech legen. Die müssen nicht furchtbar weit auseinanderliegen, weil sie nicht in die Breite gehen. Bitte dran denken, daß eine gerade Zahl an Keksen herauskommen soll.
Die Bleche in den vorgeheizten Ofen schieben und ab jetzt bitte aufpassen. 12-13 min. reichen meist schon aus. Nach 5 min. Backzeit können die beiden Bleche schnell rotiert werden, und sobald die Ränder eine goldbraune Farbe bekommen, die Kekse bitte aus dem Ofen nehmen, sonst werden sie zu dunkel und vor allem zu hart. Kurz auf dem Blech etwas abkühlen lassen, und dann auf ein Gitter zum vollständigen Auskühlen geben.
In der Abkühlzeit wird die Füllung zusammengeschmolzen: hierzu Kuvertüre (ich empfehle Valrhona oder Caillebaut) und Nußnougat in einem kleinen Topf entweder bei gaaaanz geringer Hitze im auf dem Herd schmelzen oder den Topf in den noch warmen Backofen stellen und dort zergehen lassen. Wenn sich alles aufgelöst hat, gut durchrühren, damit Schokolade und Nougat sich schön verbinden – und dann kommt die Kür: 1 EL Amaretto unterrühren. Hier bitte ganz vorsichtig arbeiten und vor allem schnell – Kuvertüre hat die Eigenschaft, auf Flüssigkeiten ziemlich allergisch zu reagieren und sofort zu verklumpen. Wenn das passiert, muß man leider von vorne anfangen; die Alternative ist, die gebrochene Masse zu teilen und jeweils das halbe Rezept für die Füllung neu aufzustellen und eine Hälfte der Bruchfüllung unterzuarbeiten (das funktioniert tatsächlich, allerdings wird die Füllung nicht mehr so glatt).
Die Kekse nun mit dem Bauch nach oben auslegen und auf jeweils einen Keks ca. 1 TL von der Füllung geben (nicht drücken oder rumstreichen, nur einen Klacks aufsetzen, der sollte sowieso etwas in die Breite rutschen), dann einen zweiten Keks als Deckel auflegen. Nur leicht antippen, nicht drücken, und den Doppelkeks zum Aushärten aufs Gitter geben. Das dauert übrigens mal locker 4-5 Stunden – vorher rutscht der oberste Keks beim Reinbeißen ab….
Und nun: guten Mut, frohes Werkeln und ein stolzes Grinsen auf dem Gesicht!

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